Das Einatmen von kristallinem Siliziumdioxid (SiO2) verursacht erhebliche Entzündungen im Lungengewebe, amorphes SiO2 dagegen löst in hoher Dosierung zwar eine kurzzeitige Entzündung aus, doch nach deren Abklingen treten keine weiteren Effekte auf.

 

Das Einatmen von kristallinem Siliziumdioxid verursacht Silikose, auch Staublungenkrankheit oder Quarzstaublungenerkrankung genannt. Unter einer Silikose versteht man krankhafte Veränderungen der Lunge, die durch eine lang andauernde Einatmung von Quarzstaub-Partikeln entstehen. Einatembarer Quarzstaub wurde von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer, IARC) als krebserregend eingestuft [1]. Daher ist geeignete Schutzausrüstung am Arbeitsplatz zu tragen, wenn mit Quarzstaub hantiert wird. Download-Link zum Merck Sicherheitsdatenblatt "Quarz", Stand 25.08.2006. (PDF-Dokument, 23 KB).

 

In vivo Studien, in denen Mäusen Siliziumdioxid gespritzt wurde, zeigten, dass 70 nm amorphe SiO2 Partikel zwar die Leber belasten, aber nicht die Lunge.

Ein direkter Vergleich zwischen kristallinem und amorphem Siliziumdioxid wurde in einer weiteren Studie durchgeführt. Ratten inhalierten über drei Monate sowohl kristallines als auch amorphes SiO2. Anschließend wurden Entzündungsreaktionen in der Lunge analysiert. Dabei löste die kristalline Form eine erhebliche Entzündung löst, die nicht abklang. Das amorphe SiO2 dagegen löste in hoher Dosierung zwar eine kurzzeitige Entzündung aus, doch nach deren Abklingen traten keine weiteren Effekte auf [2].

 

Literatur arrow down

  1. International Agency for Research on Cancer (IARC) (1997). IARC Monograph on the Evaluation of carcinogenic risks to humans, No.68: Silica.
  2. Johnston, CJ et al. (2000), Toxicol Sci, 56(2): 405-413.

 

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